Neuanfang


 

Mai/Juni1948 
sind wir dann auf Umwegen nach Göppingen:

 Ein Landwirt, der seine Milch in Berka abliefern musste nahm uns mit. Von dort aus sind wir mit einem anderen Milchwagen nach Großensee, der seinen Bruder in Kleinensee/Westen über unsere Flucht verständigte. Da dieser in seinem Haus die Volks -und Grenzpolizei stationiert hatte, wusste er bestens über die Wachablösung am Grenzstreifen Bescheid. In der Mittagszeit schafften wir es, bei Wach- bzw. Streifenwechsel der Vopo, über Feld und durch Wald nach Kleinensee.

Dieser Fluchtweg hatte Mutti bereits seit längerer Zeit mit Bekannten aus Wünschensuhl organisiert, mit der Kopie des Personalausweises von Tante Emma. Es könnte ja kontrolliert werden.

 

Es schien alles zu klappen. Meinten wir! Aber ausgerechnet vor dem Ort Kleinensee hat uns eine westdeutsche Polizeistreife geschnappt und wollten wissen wohin. Aber der Anblick der vier Kindern kamen wir nochmals ungeschoren davon. Gott sei Dank! 

Von Kleinensee ging es weiter nach Hönenbach und dann mit dem Zug über Bebra, Bad Hersfeld, Hünfeld, Fulda, Frankfurt/Main, Stuttgart und Göppingen.

 
 


 

50er


    
 
 
 
Stück für Stück wurde angeschafft und eines Tages hatten wir ein Radio, einen schönen weißen VW-Käfer und zur damaligen Zeit auch ein Bad, dass Papa in unserer großen Küche einbauen durfte.
 
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Die Mode hatte in diesem Jahrzehnt den Petticoat parat und feierte Triumphe. Wie oft stand ich in der Küche am Herd und in einem großen Topf wurde Reisstärke aufgekocht, der Petticoat hineingetaucht.  

Motorroller und Goggomobile hielten Einzug auf Deutschlands Straßen. Auch der VW-Käfer bewegte sich immer häufiger durch deutsche Straßen. 

Nierentische und Cocktailsessel beseelten die Wohnzimmer und in den Kinos wurde uns mit Heimatfilmen, grüne Wiesen, röhrenden Hirsche und hohe Berge eine heile Welt vorgegaukelt. Nicht zu vergessen Romy Schneider, die in dem Film „Sissi“ zu Weltruhm gelangte und Horst Buchholz in dem Film die „Halbstarken“ zur Ikone einer Generation wurde .Aber auch das Ausland konnte sich mit seine Filmen „Verdammt in alle Ewigkeit" mit Frank Sinatra sehen lassen, in dem versucht wurde den Zweiten Weltkrieg aufzuarbeiten.

Mit Elvis Presley und
 

 


 

 

 

 

 

Bill Haley rockte eine ganze Nation und natürlich wir.
In Göppingen wurde ein Elvis Presley-Club gegründet, dem meine Freundinnen und ich beitraten. Eine tolle Teenagerzeit begann.

60er Jahre


 

 

 

 


Die Tanzstundenzeit habe ich noch in bester Erinnerung. Auch sonstige kleinere und größere Eskapaden.

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Dann lernte ich meinen Mann kennen. Ein Muster an Ruhe und Geduld. Es dauerte nicht lange und wir heirateten. 

Deutschland war im Aufschwung und vollgesogen mit innigem Verlangen nach Neuem.  

In diesem Jahrzehnt fragte man sich, ob die wilden und bunten 60er der Anfang vom Ende waren. Klassische Werte und Überlieferungen wurden von einer aktiven Minderheit junger Menschen abgelehnt und verunglimpft. Nichts war mehr heilig. Doch die Gefahr hatte ihren Ausgang lange vor den 60er-Jahren genommen. 
 
 

 


 
Trenne dich nicht von deinen Illusionen. Wenn sie verschwunden sind, wirst du weiter existieren, aber aufgehört haben zu leben. - Mark Twain -
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Ich bin nicht auf der Welt um so zu sein, wie andere mich haben wollen! -unbekannt-
 
 
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