Gipsguss

Da stehe ich nun an diesem regnerischen Novembertag in der Garage des Schlosses in Albeck. Um mich herum noch drei andere Teilnehmer. Aus dem Klumpen Ton, der vor mir steht, forme ich so nach und nach einen Kopf. Setze Augen auf, forme Nase, Wangen und Mund. Noch starrt mich das Gesicht ausdruckslos entgegen. Falten  werden in den Ton modelliert, Backenknochen hebe ich hervor und die Nase wird betont. Nehme immer wieder Ton weg und setze an anderer Stelle erneut an.
Mit feuchten Händen wird der Tonkopf glatt gestrichen. Je glatter, umso weniger muss man hinterher schleifen. Nun betrachte ich  mein Werk. Das Ergebnis befriedigt mich, vor allem deshalb, da ich noch nie einen Kopf aus Ton geformt hatte. Auf diesen Tonkopf wird ein Teil hinten und ein Teil vorne Gips aufgesetzt.

Ich warte den Zeitpunkt ab, bis man den Gips vom Modell lösen kann. Binde die zwei Teile zusammen, versehe die Innenseite mit Schlicker – stark verdünnter Ton -, und gieße die Form mit selbst angerührtem Gips aus. Wieder ist Warten angesagt. Dann ist es soweit. Mit Herzklopfen löse ich die Form vom Gipskopf und bin überrascht.

Ein edles Antlitz, mit charakterlichen Zügen, schaut mir entgegen und spontan schlüpft der Ruf „Julius“ aus dem Mund.  Ich bin begeistert von meinem Erstlingswerk.


                        




Auf den ersten Blick sehe ich hinter dem schmiedeeisernen filigranen Tor, malerisch auf einem Tisch Kerzenleuchter, Hammer und Meißel. Diese Atmosphäre, an diesem sonnigen, kühlen Oktobertag auf Schlösschen Albeck, zieht mich wieder in den Bann.

In der Garage ist schon alles für den eigenen Kopf-Gipsguss-Kurs vorbereitet.
Dann geht´s zur Sache: Unter Gelächter wird viel Öl über Haare gegossen und in das Gesicht gesalbt, das noch zusätzlich mit Melkfett eingefettet wird. Der Gips soll sich möglichst problemlos von Haut und Haaren lösen.
Das Haar trieft, das Gesicht glänzt und unsere gute Laune ist nicht zu überhören.
Nun werden Gipsbinden um den Kopf gelegt und eine Gipsschicht darauf gestrichen. Alles muss zügig vorangehen. Für Augen und Nase werden Öffnungen frei gehalten.

Nach der Trocknungszeit wird das Gipsmodell mit Hilfe einer abgerundeten Schere aufgeschnitten, und von Haut und Haaren vorsichtig gelöst. Ein verhaltenes „Au“, ist ab und zu nicht zu überhören. Ich lerne Gips anrühren, bis es die richtige Konsistenz hat und gieße die zusammengebundene Form aus.

Um die Trocknungszeit der Gipskopfform zu überbrücken, lädt uns Isabel an diesem kühlen Nachmittag zu Kaffee und Tee ins Schloss ein.

Überraschend ist der Blick auf diese bezaubernden Räumlichkeiten. Ein Ambiente zum Träumen. Hohe Türen mit edlem Holz, ausgesuchter Parkettboden mit geschmackvollen Möbeln und liebenswertem Schnickschnack…




 

 


 

 
Trenne dich nicht von deinen Illusionen. Wenn sie verschwunden sind, wirst du weiter existieren, aber aufgehört haben zu leben. - Mark Twain -
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