Abschiedssinfonie

 2010

Durch eine Bekannte kam ich 2010 ins Atelier B.

Der Künstler: Ein „TYP“ und Könner, von dem ich in kürzester Zeit manche Tipps und Tricks erlernte.  

Mein Interesse und die Neugier wieder Neues zu lernen, war groß. Mit dem Zug konnte ich locker diese künstlerischen Räumlichkeiten erreichen. 

Nun stand ich vor einem großen Altbau, der Anfang des vorigen Jahrhunderts erbaut worden war und hechelte drei Stockwerke, auf ausgetretenen Treppen,  hoch. Je höher ich kam, umso mehr war der Künstler erkennbar. Diesmal war ich in einem „klassischen“ Atelier angekommen, in dem sich alles befand. 

Hier konnte man sich ausprobieren mit Siebdruck, Öl- und Acrylmalerei, Pastelle und Zeichnungen, Gipsguss und Töpferei.

Ein wahres Paradies zum Malen. Ungeahnte Möglichkeiten eröffneten sich mir bei dieser Vielfalt, und war mehr als erstaunt.

Die großen und hohen Räume, teils noch mit Stuck, strahlten den Charme des letzten Jahrhunderts aus. Ringsum kreative Unordnung.

2008 Kunstforum Vöhringen
 

Über Hobby-Ausstellungen, die im Kulturzentrum in Vöhringen stattfanden, lernte ich die damalige Organisatorin der Ausstellungen Hannelore H. kennen.

Nach mehreren Gesprächen fragte sie nach, ob ich nächstes Jahr bei der Ausstellung mitmachen würde. Nichts lieber als das, sagte ich mir.
Wenn nicht jetzt, wann dann.

Es war eine einzigartige Gelegenheit, um meine Malerei vorzustellen. Noch vor der geplanten Ausstellung wurde dann das Kunstforum Vöhringen gegründet. Ich wurde Mitglied und stellte mit diesem Verein erstmals in einer Bank, im kleinen Rahmen, aus.

Die erste Gemeinschaftsausstellung mit dem Verein 2009, im Kulturzentrum Wolfgang-Eychmüller-Haus, Vöhringen, wurde ein Erfolg. Meine Bilder hatten Beachtung gefunden. Selbst ein Galerist schenkte meinen Exponaten Aufmerksamkeit. Dies spornte mich an. In vielen Gemeinschaftsausstellungn stellte ich mit aus. Fünfmal in Folge sind meine Exponate in die Zeitung gekommen.
In das
Mehrgenerationenhaus kam ich 2010 durch einen Bekannten.

Diese Institution war einer der wenigen Oasen der Friedlichkeit. Hier wurde man angenommen. Da hatten Einheimische und Emigranten Ansprache gefunden.

Auch wurden Lehrerinnen für Computerkurse gesucht. Unter anderem auch Word für Senioren.

Ob mir dies lag, musste ich erst noch ausprobieren. Mit Elan bereitete ich den Unterricht vor, durchforstete das Internet und meine PC-Schulunterlagen. Daraus stellte ich einen Kurs zusammen. Diese neue Aufgabe lockte und erfüllte mich.

Aufregung und Neugier lagen in der Luft. Ich atmete tief durch bevor ich mich erstmals in den Computerraum begab, in dem sechs neugierige Computerneulinge warteten. Ich erklärte vom Betriebssystem, kam zur Formatierung in WORD, einsetzen der Bilder mit Bildbearbeitung, lehrte ihnen mit Tabellen umzugehen, ließ sie üben und sie bekamen „Hausaufgaben“.

Ich spürte, was für eine Freude mir dieser Kurs bereitete und meine Begeisterung wurde größer. Später gestaltete ich auch mit den Kursteilnehmern Fotobücher, und PowerPoint-Präsentationen und kleine Filme.

In der Hausaufgabenbetreuung nahm ich zwei Jahre später teil.

 

Auch in der Sommerferienwoche half ich inzwischen mit, die Tage für die Kinder erlebnisreicher zu gestalten.

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Ich selbst bin jetzt im Spätherbst angekommen und fühle mich noch keineswegs alt. Da gibt es jüngere Leute, die gefühlt älter sind als ich und jeden Tag beseufzen.

Ich will aber noch jeden Tag umblättern auf eine neue Seite meines Lebens, darin Neues und Interessantes lesen und entdecken. Nein, keine Tragödien oder Höhenflüge, sondern ein ganz normales Leben, gespickt mit Amüsantem und Interessantem.

Die Aufzeichnungen mögen schwarz-weiß sein, das Haar ergraut, doch meine Erinnerungen sind bunt wie Konfetti.

Die Jagd nach Neuem will ich einschränken und mir Prioritäten setzen.

Viel wird mir mit meinen 71 Jahren nicht mehr bleiben. Umso mehr sage ich mir immer wieder: Wenn nicht jetzt, wann, dann?“, das inzwischen ein Leitspruch für mich geworden ist.

Ich hatte in meinem Leben alles miteinander kombiniert und in Wunschfarben eingefärbt. Mir wurde nie langweilig. Trotzdem bin ich immer noch neugierig auf Neues.

 

Ich habe in meinem Leben viele Facetten gezeigt und mir immer wieder gesagt: „Wenn nicht jetzt, wann dann?“ 

Am 14. September 2015 erreichte mich die erschreckende Nachricht, dass Graciela am 13.September 2015 in Argentinien verstarb. Ein Hirntumor hatte sie auf einem Auge erblinden lassen. Noch keine sechzig.Unendliche Traurigkeit hatte mich erfasst und denke an die vielen schönen Stunden mit ihr.

Abschiedssinfonie – in welcher Tonlage auch immer 

 Wenn Menschen alt und einsam werden, kultivieren sie meist das Selbstgespräch. Aber noch war ich nicht einsam und ganz alt. Es drängte sich natürlich bei mir auch die Frage auf: Was ist alt?

Ich selbst bin jetzt im Spätherbst angekommen und fühle mich noch keineswegs alt. Da gibt es jüngere Leute, die gefühlt älter sind als ich und jeden Tag beseufzen.

Aber nur nicht jeden Tag beklagen und den Rentner-Blues in vollen Zügen genießen.        

Ich will aber noch jeden Tag umblättern auf eine neue Seite meines Lebens, darin Neues und Interessantes lesen und entdecken. Nein, keine Tragödien oder Höhenflüge, sondern ein ganz normales Leben, gespickt mit Amüsantem und Interessantem.

Die Aufzeichnungen mögen schwarz-weiß sein, das Haar ergraut, doch meine Erinnerungen sind bunt wie Konfetti.

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Ich war kein Engel, ich machte Fehler, ich war nicht perfekt, ich war nicht normal, ich war manchmal verrückt, ich war also nichts Besonderes, aber ich war wenigstens ICH SELBST.

 - unbekannt-




 
Trenne dich nicht von deinen Illusionen. Wenn sie verschwunden sind, wirst du weiter existieren, aber aufgehört haben zu leben. - Mark Twain -
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Ich bin nicht auf der Welt um so zu sein, wie andere mich haben wollen! -unbekannt-
 
 
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